Auch die Joekel-Ära hat Ende

Was Heiner Brand für die deutsche Handballnationalmannschaft war und Alfred Gislason für den THW Kiel, das war Thomas Joekel für die HSG Lauingen-Wittislingen: eine Trainerlegende. Doch eine Eigenschaft verbindet jede Ära, nämlich dass sie einmal zu Ende geht. Die vergangene Saison 2019/20 war die vierte und letzte für den Lauinger als Trainer der ersten Herrenmannschaft der HSG Lauingen-Wittislingen. Zuvor fungierte der ehrgeizige Übungsleiter bereits lange Jahre als Jugendtrainer und zog sich damit die aktuelle Herrenmannschaft zu einem großen Teil selbst heran. Einige der Spieler wurden über ein Jahrzehnt von Joekel trainiert und dürften sich kaum mehr an seine Vorgänger erinnern. Zuletzt entwickelte der in Wittislingen aufgewachsene Coach seine Schützlinge zu einer etablierten Bezirksoberligamannschaft, gemeinsam mit seinen Trainerkollegen Helmut Denk und Markus Sandtner. Die letzten beiden Jahre durfte das Trainergespann mit den Platzierungen fünf und sechs in der BOL die Früchte der jahrelangen Arbeit ernten.
Der auch im HSG-Vorstand aktive Joekel sieht jetzt die Zeit reif für einen Wechsel im Übungsleiterstab. Bereits nach der letzten Saison habe er überlegt, ob für die eingespielte Mannschaft nicht ein neuer Anreiz besser wäre. Dennoch entschied er sich für eine weitere Saison. Schnell stellte sich nach einem sehr guten Saisonstart heraus, dass es die richtige Entscheidung war. Auch Co-Trainer Helmut Denk verlässt die Mannschaft nach drei Jahren. Der durch seine lockere Art in der Mannschaft äußerst beliebte Übungsleiter ist wie auch Thomas Joekel der Ansicht, dass jetzt der richtige Zeitpunkt für einen Wechsel an der Seitenlinie gekommen ist. Bei Torwarttrainer Markus Sandtner hingegen stehen vor allem berufliche Gründe einem weiteren Engagement entgegen. Der von der Mannschaft sehr geschätzte Torwarttrainer zeigt sich zufrieden mit der Entwicklung des Teams in den vergangenen beiden Jahren seines Wirkens und appelliert gleichzeitig „Lasst nicht locker und bleibt vor allem zusammen“. Die Mannschaft reagierte sowohl mit Wehmut, aber auch mit großer Dankbarkeit auf den Abschied ihres langjährigen geschätzten Trainers Thomas Joekel und seine beiden Kollegen. Torhüter Christian Rommel lobt seinen persönlichen Torwartcoach, wie auch das ganze Trainergespann „So ein Trainerteam werden wir nicht mehr so schnell bekommen“. Zu diesem Zeitpunkt wusste der Torwart noch nicht, dass Thomas Joekel mit der gesamten Vorstandschaft nach intensiven Bemühungen bereits selbst seinen Nachfolger gefunden hat.

Für Joekel war von Anfang an klar, dass er nur aufhört, wenn er auch einen geeigneten Nachfolger findet. Hierfür hat der HSG-Vorstand erneut ein schlagkräftiges Trainertrio gefunden, das die noch immer junge Mannschaft in die Zukunft führen soll. Mit dem 31-jährigen Patrick Müller soll ein ehemaliger Spieler aus der Württembergliga die Spielgemeinschaft zum Erfolg führen. Bei der HRW Laupheim und der HSG Langenau-Elchingen sammelte der ehemalige Mittespieler Erfahrung in höherklassigen Ligen. Vergangene Saison verschlug es ihn dann zurück SC Ichenhausen, wo er einige Jahre zuvor bereits als Co-Trainer Erfahrung sammeln konnte. Damit stand er in der vergangenen Saison der HSG noch als Gegner gegenüber, nun nimmt er die neue Herausforderung bei den Donautalern an. Der Kontakt entstand über seinen ehemaligen Mitspieler Andreas Biller, der vergangene Saison noch das Tor von Lauingen-Wittislingen hütete. „Als mir mein alter Weggefährte Andi das Projekt vorstellte, musste ich nicht lange überlegen“, so der in Vöhringen wohnhafte Müller. Biller selbst hingegen wird der zweite neue Trainer der Spielgemeinschaft. Sichtlich erstaunt aber zugleich erfreut, dass ihr Mitspieler aus der vergangenen Saison nun auf der Trainerbank sitzt reagierte die Mannschaft auf die Neuigkeit. Das junge Trainerduo zeigt sich dankbar über das Vertrauen der HSG-Führung und befindet zugleich, dass ihre Vorgänger ihnen eine großartige Mannschaft hinterlassen haben. „Wir werden versuchen, ein wenig frischen Wind in die gut eingespielte Truppe zu bekommen“ erklärt Biller seine Pläne für die kommende Saison. Beide zeigen sich überzeugt, die Mannschaft sowohl individuell, wie auch als Team weiterbringen zu können, wie Müller betont. Verantwortlich für die Torhüter in der kommenden Saison ist ein wohl jedem HSGler bekannter Rückkehrer. Erwin Linder kehrt als Torwarttrainer vom TV Brenz zurück nach Bayern. Über das Handball-Urgestein aus Wittislingen freut sich Andreas Biller besonders: „Ich bin glücklich mit Erwin einen mehr als nur erfahrenen Torwarttrainer gefunden zu haben.“. Linder ist bereits seither jeher in der Führung der Handballer tätig und genießt somit bereits jetzt höchste Anerkennung in der Mannschaft. Durch den Wegfall Billers aus der Mannschaft wurde zudem eine Position im Tor der HSG vakant. Deshalb ergänzt ebenfalls ein Rückkehrer das Torwartteam um Christian Rommel. Vergangenes Jahr noch in der A-Jugendbundesliga beim VfL Günzburg aktiv, kehrt Nachwuchsmann Fabio Bruno nun zurück zu seinem Heimatverein. Des Weiteren heißt die HSG Herren 1 einen weiteren Neuzugang willkommen. Nils Ahrens wechselt vom SC Ichenhausen zu den Himmelblauen.

Damit sehen sowohl die alten wie auch die neuen Trainer die Mannschaft gut gerüstet für die kommende Saison. „Jetzt fehlt nur noch, dass wir bald wieder auf die Platte zurückkehren können“ erinnert Andreas Biller, dass aufgrund der aktuellen Situation rund um die Corona-Pandemie kein Training stattfinden kann. Gegen einen solchen übermächtigen Gegner könnte selbst ein Heiner Brand nichts ausrichten. (pw)

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Was Heiner Brand für die deutsche Handballnationalmannschaft war und Alfred Gislason für den THW Kiel, das war Thomas Joekel für die HSG Lauingen-Wittislingen: eine Trainerlegende. Doch eine Eigenschaft verbindet jede Ära, nämlich dass sie einmal zu Ende geht. Die vergangene Saison 2019/20 war die vierte und letzte für den Lauinger als Trainer der ersten Herrenmannschaft der HSG Lauingen-Wittislingen. Zuvor fungierte der ehrgeizige Übungsleiter bereits lange Jahre als Jugendtrainer und zog sich damit die aktuelle Herrenmannschaft zu einem großen Teil selbst heran. Einige der Spieler wurden über ein Jahrzehnt von Joekel trainiert und dürften sich kaum mehr an seine Vorgänger erinnern. Zuletzt entwickelte der in Wittislingen aufgewachsene Coach seine Schützlinge zu einer etablierten Bezirksoberligamannschaft, gemeinsam mit seinen Trainerkollegen Helmut Denk und Markus Sandtner. Die letzten beiden Jahre durfte das Trainergespann mit den Platzierungen fünf und sechs in der BOL die Früchte der jahrelangen Arbeit ernten.
Der auch im HSG-Vorstand aktive Joekel sieht jetzt die Zeit reif für einen Wechsel im Übungsleiterstab. Bereits nach der letzten Saison habe er überlegt, ob für die eingespielte Mannschaft nicht ein neuer Anreiz besser wäre. Dennoch entschied er sich für eine weitere Saison. Schnell stellte sich nach einem sehr guten Saisonstart heraus, dass es die richtige Entscheidung war. Auch Co-Trainer Helmut Denk verlässt die Mannschaft nach drei Jahren. Der durch seine lockere Art in der Mannschaft äußerst beliebte Übungsleiter ist wie auch Thomas Joekel der Ansicht, dass jetzt der richtige Zeitpunkt für einen Wechsel an der Seitenlinie gekommen ist. Bei Torwarttrainer Markus Sandtner hingegen stehen vor allem berufliche Gründe einem weiteren Engagement entgegen. Der von der Mannschaft sehr geschätzte Torwarttrainer zeigt sich zufrieden mit der Entwicklung des Teams in den vergangenen beiden Jahren seines Wirkens und appelliert gleichzeitig „Lasst nicht locker und bleibt vor allem zusammen“. Die Mannschaft reagierte sowohl mit Wehmut, aber auch mit großer Dankbarkeit auf den Abschied ihres langjährigen geschätzten Trainers Thomas Joekel und seine beiden Kollegen. Torhüter Christian Rommel lobt seinen persönlichen Torwartcoach, wie auch das ganze Trainergespann „So ein Trainerteam werden wir nicht mehr so schnell bekommen“. Zu diesem Zeitpunkt wusste der Torwart noch nicht, dass Thomas Joekel mit der gesamten Vorstandschaft nach intensiven Bemühungen bereits selbst seinen Nachfolger gefunden hat.

Für Joekel war von Anfang an klar, dass er nur aufhört, wenn er auch einen geeigneten Nachfolger findet. Hierfür hat der HSG-Vorstand erneut ein schlagkräftiges Trainertrio gefunden, das die noch immer junge Mannschaft in die Zukunft führen soll. Mit dem 31-jährigen Patrick Müller soll ein ehemaliger Spieler aus der Württembergliga die Spielgemeinschaft zum Erfolg führen. Bei der HRW Laupheim und der HSG Langenau-Elchingen sammelte der ehemalige Mittespieler Erfahrung in höherklassigen Ligen. Vergangene Saison verschlug es ihn dann zurück SC Ichenhausen, wo er einige Jahre zuvor bereits als Co-Trainer Erfahrung sammeln konnte. Damit stand er in der vergangenen Saison der HSG noch als Gegner gegenüber, nun nimmt er die neue Herausforderung bei den Donautalern an. Der Kontakt entstand über seinen ehemaligen Mitspieler Andreas Biller, der vergangene Saison noch das Tor von Lauingen-Wittislingen hütete. „Als mir mein alter Weggefährte Andi das Projekt vorstellte, musste ich nicht lange überlegen“, so der in Vöhringen wohnhafte Müller. Biller selbst hingegen wird der zweite neue Trainer der Spielgemeinschaft. Sichtlich erstaunt aber zugleich erfreut, dass ihr Mitspieler aus der vergangenen Saison nun auf der Trainerbank sitzt reagierte die Mannschaft auf die Neuigkeit. Das junge Trainerduo zeigt sich dankbar über das Vertrauen der HSG-Führung und befindet zugleich, dass ihre Vorgänger ihnen eine großartige Mannschaft hinterlassen haben. „Wir werden versuchen, ein wenig frischen Wind in die gut eingespielte Truppe zu bekommen“ erklärt Biller seine Pläne für die kommende Saison. Beide zeigen sich überzeugt, die Mannschaft sowohl individuell, wie auch als Team weiterbringen zu können, wie Müller betont. Verantwortlich für die Torhüter in der kommenden Saison ist ein wohl jedem HSGler bekannter Rückkehrer. Erwin Linder kehrt als Torwarttrainer vom TV Brenz zurück nach Bayern. Über das Handball-Urgestein aus Wittislingen freut sich Andreas Biller besonders: „Ich bin glücklich mit Erwin einen mehr als nur erfahrenen Torwarttrainer gefunden zu haben.“. Linder ist bereits seither jeher in der Führung der Handballer tätig und genießt somit bereits jetzt höchste Anerkennung in der Mannschaft. Durch den Wegfall Billers aus der Mannschaft wurde zudem eine Position im Tor der HSG vakant. Deshalb ergänzt ebenfalls ein Rückkehrer das Torwartteam um Christian Rommel. Vergangenes Jahr noch in der A-Jugendbundesliga beim VfL Günzburg aktiv, kehrt Nachwuchsmann Fabio Bruno nun zurück zu seinem Heimatverein. Des Weiteren heißt die HSG Herren 1 einen weiteren Neuzugang willkommen. Nils Ahrens wechselt vom SC Ichenhausen zu den Himmelblauen.

Damit sehen sowohl die alten wie auch die neuen Trainer die Mannschaft gut gerüstet für die kommende Saison. „Jetzt fehlt nur noch, dass wir bald wieder auf die Platte zurückkehren können“ erinnert Andreas Biller, dass aufgrund der aktuellen Situation rund um die Corona-Pandemie kein Training stattfinden kann. Gegen einen solchen übermächtigen Gegner könnte selbst ein Heiner Brand nichts ausrichten. (pw)

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